Entzündungen

Aktualisiert: 27. Nov.

Entzündungen werden im Gesundheitswesen oft als negativ abgestempelt.

Doch was ist eigentlich eine Entzündung?


Die Entzündung ist Teil des Heilungsprozesses (Ausnahme dabei bilden Autoimmunerkrankungen wie z.B. Morbus Bechterew etc.) und äussert sich mit einer Reaktion des Körpers auf einen externen Reiz (z.B. Viren, mechanische Überlastung, Bakterien, Pilze, Strahlung oder Chemikalien).

Mit dieser Reaktion in Form von Entzündungszeichen (Schwellung, Hitze, Schmerz, Rötung und Funktionseinschränkung) ist die Abwehrfunktion des Körpers schon in vollem Gange, was eigentlich sehr positiv ist, denn ohne diese würden uns meist schon die kleinsten Stressoren grosse Probleme bereiten. Diese Abwehrfunktion kann allerdings auch sehr viel Energie in Anspruch nehmen, welche dann woanders fehlt, deshalb kann bei einer Entzündung auch oft Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Müdigkeit auftreten. In seltenen Fällen oder in bestimmten Körperregionen gibt es auch wenig bis gar keine entzündungsspezifischen Zeichen, obwohl ein Entzündungsprozess abläuft, dies nennt man auch ,,stumme’’ Entzündung.


Gehen wir das ganze Mal am Beispiel eines Kreuzbandrisses durch:

-Durch Überschreiten struktureller Belastungskapazität reisst das Kreuzband

-Der Körper reagiert direkt mit dem Einleiten der Wundheilung (siehe Blogpost: Wundheilungsphasen)

-Nun greifen die Entzündungsreaktionen:

-Die Schwellung tritt auf da mittels Lymphflüssigkeit (mehrheitlich Wasser) vermehrt Abwehrzellen und Fibroblasten (Bindegewebszellen) in das betroffene Gewebe transportiert werden, um vor einer Wundinfektion zu schützen, bestehende Erreger abzutöten und neues Gewebe aufzubauen. Weiterhin bringt die Schwellung zusätzliche Stabilität in das Gelenk oder die betroffene Körperregion.

-Der Schmerz und die Funktionseinschränkung sorgen für verminderte Gelenksbeweglichkeit und Funktion, der Körper warnt vor erneuter Überlastung.

-Rötung und Hitze treten auf da der Körper beginnt Blut und die darin enthaltenen Nährstoffe in das Gebiet zu pumpen, um das Gewebe direkt zu versorgen.


Also: Entzündungen sind, je nach Ausmaß, eine notwendige Reaktion des Körpers, ohne die kein Heilungsprozess ablaufen kann. Wenn eine übermäßige Entzündungsreaktion auftritt, sollte diese so gut es geht durch adäquates Belastungsmanagement heruntergeregelt werden. Wenn eine Entlastung und angepasste Regeneration keine Wirkung zeigen, kann ergänzend auf entzündungshemmende Medikamente zurückgegriffen werden.


Achtung: Bei viralen, bakteriellen oder Mykosen (pilzartigen) Entzündungen gilt besondere Vorsicht: Ist die Menge an Erregern zu hoch, das Immunsystem von vorneherein stark abgeschwächt oder der Körper schafft es nicht die Erreger effektiv zu bekämpfen, kann eine Sepsis (Blutvergiftung) entstehen. Dies passiert, wenn zu viele Erreger schlagartig in den Blutkreislauf gelangen: Symptome wie Tachypnoe (zu schnelle Atmung), Tachykardie (zu schneller Puls), Fieberschübe, Ganzkörperschmerzen, ein zu niedriger Blutdruck und erhöhte Entzündungswerte im Blut ohne Traumata können auftreten und sollten schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden. Dies tritt allerdings in den seltensten Fällen auf.


Kommt bei weiteren Fragen immer gerne auf uns zu, entweder in der Praxis oder per Inbox/Email!


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